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Venenleiden

Auch die verschiedenen Venenerkrankungen können bei fortgeschrittenen Gefässveränderungen zu offenen Beinen, d.h. Beingeschwüren führen.

Häufige Venenerkrankungen sind Krampfaderbildungen (Varizen), tiefe Venenthrombosen  (Phlebothrombose) und Entzündungen der oberflächlichen Beinvenen (Thrombophlebitis). Im folgenden sollen diese Erkrankungen in Grundzügen dargestellt werden.

 

Krampfadern (Varizen) und Krampfaderleiden (Varikosis)

Bei Krampfadern kommt es zur bindegewebigen Degeneration der Venen mit nachfolgender Erweiterung des Gefässlumens und hierdurch bedingter Verschlussunfähigkeit der Venenklappen (sog. chronisch-venöse Insuffizienz, CVI). Funktionsstörungen der Venenklappen können entweder isoliert die oberflächlichen Hautvenen betreffen, oder auch die tiefen Beinvenen und die Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem mit einbeziehen.

Handelt es sich bei diesen Venenveränderungen um degenerative Prozesse ohne anderweitige Venenerkrankungen, spricht man von primären Varizen bzw. primärer Varikosis.

Auch Venenentzündungen und Venenthrombosen, welche eine Wiedereröffnung der zuvor verschlossenen Venen zeigen können, bewirken im Bereich der betroffenen Venen oftmals Zerstörungen der Venenklappen mit nachfolgender chronisch-venöser Insuffizienz und Krampfaderbildung. Diese im Gefolge vorausgehender sonstiger Venenkrankheiten auftretenden Krampfadern werden als sekundäre Varizen bezeichnet.

Venös bedingte Beingeschwüre können sich bei schwergradigen primären und  (häufiger) sekundären Varizen entwickeln. In diesen Fällen ist durch subtile apparative Untersuchungen zu überprüfen, ob durch eine Beseitigung der jeweiligen Krampfadern eine Besserung der venösen Durchblutungssituation mit einer nachfolgendern Verbesserung des Gewebsstoffwechsels zu erwarten ist.

Die unten stehende Abbildung veranschaulicht die wesentlichen möglichen Veränderungen bei einem Krampfaderleiden im Vergleich zum Normalzustand. Die Klappen der oberflächlichen und tiefen Venen (rot eingezeichnet) schließen nicht mehr korrekt, so dass sich das Blut in die Venen rückstaut. Hierdurch weiten sich die betroffenen Venen im Laufe der Zeit zusehends aus.

Gesunde und kranke Beinvenen im Vergleich
(modifiziert nach Frings, 1999)
OV = Oberflächliche Venen, TV = Tiefe Venen
P = Perforansvene (Verbindungsvene zwischen ober-
flächlichem und tiefem Venensystem)

 

Tiefe Venenthrombose (Phlebothrombose)

Bei einer tiefen Venenthrombose entwickelt sich im Verlauf einer oder mehrerer tiefer Beinvenen ein Blutgerinnsel (Thrombus). Dieses Gerinnsel führt entweder zum vollständigen Verschluss, oder zu einer höhergradigen Verlegung des Venenlumens. Hierdurch bedingt, kommt es meist zu stauungsbedingten Flüssigkeitsansammlungen im betroffenen Bein, zusätzlich zu Schweregefühl und Schmerzen.

Mögliche chronische Komplikation ist die Entwicklung eines postthrombotischen Syndroms, wenn es bei anhaltend gestörter Venenfunktion zu dauerhaften Schwellungszuständen (Oedemen), Schmerzen und Ernährungsstörungen der zugehörigen Beinweichteile bis hin zur Ausbildung von Beingeschwüren (offenen Beinen) kommt.

Beingeschwüre sind demnach auch mögliche Spätfolgen einer überstandenen tiefen Beinvenenthrombose, wenn diese zu einem chronisch verlaufenden postthrombotischen Syndrom geführt hat.

 

Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Die oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis) führt zu deutlichen entzündlichen Verhärtungen der betroffenen oberflächlichen Hautvenen mit umschriebener Rötung, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit. Die entzündlichen Wandveränderungen können zu Zerstörungen einzelner Venenklappen führen. Aus dieser können sich im weiteren Verlauf durch chronischen Blutrückstau sekundäre Varizen entwickeln. Offene Beine treten allerdings als Folgezustand einer abgelaufenen Thrombophlebitis i.d.R. nicht auf.

 

Risikofaktoren

Venenleiden werden durch Bewegungsmangel begünstigt, insbesondere im Falle von übermässigem langanhaltenden Sitzen oder Stehen. Längere Immobilisation z.B. infolge von Operationen oder Gipsruhigstellungen erhöhen die Gefahr einer Venenthrombose. Auch chronische Druckeinwirkungen auf die grossen Sammelvenen des Beckens und Bauchraumes, wie sie gelegentlich bei Schwangerschaften, Tumorkrankheiten oder chronischen Verstopfungszuständen auftreten können, fördern die Entwicklung von Venenleiden. Schliesslich können auch seltene Störungen der Blutgerinnung mit einer vermehrten Gerinnbarkeit des Blutes Thrombosen verursachen.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
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