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Atherosklerose

Altersabhängigkeit

Im Regelfall spielt sich die Atherosklerose in sämtlichen Gefässen des betroffenen Organismus ab. Je älter ein Mensch wird, desto ausgeprägter sind in der Regel seine atherosklerotischen Gefässveränderungen. Insofern stellt die Atherosklerose letztlich einen natürlichen Alterungsprozess dar. Insbesondere eine Verkalkung der Beingefässe kann alleinig bereits aufgrund fortgeschrittenen Lebensalters entstehen. Schon der altägyptische Pharao Ramses II., dessen Mumie gut erhalten ist, und der gemäss geschichtlicher Überlieferung ein biblisches Alter von über 90 Jahren erreicht hatte, war von atherosklerotischen Gefässveränderungen ausgeprägten Schweregrades betroffen, wie neuzeitliche Untersuchungen seiner Mumie belegen.

 

Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren fördern dennoch die Entstehung einer Atherosklerose und ihrer Folgekomplikationen. Anerkannte Risikofaktoren sind  Rauchen, Hypertonie (Bluthochdruck), Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht und Fettsucht (Adipositas), Bewegungsmangel und Stresseinflüsse. Neuere Erkenntnisse sprechen für einige mögliche weitere Risikofaktoren, welche zur Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind.

Diese Risikofaktoren können zu einer Verlagerung höhergradiger Arterienveränderungen in jüngere Lebensaltersstufen führen, zumindest dann, wenn der betroffene Patient eine Veranlagung (Disposition) zur Entwicklung einer Atherosklerose besitzt. Nicht ohne guten Grund hat sich der volkstümliche Begriff des “Raucherbeines” eingebürgert.

Andererseits kann eine vorzeitige Gefässverkalkung auch bei einem Fehlen der vorerwähnten Risikofaktoren schicksalhaft entstehen, wenn eine entsprechende genetisch-familiäre Veranlagung vorhanden ist (familiäres Risiko).

 

Ablauf

In der Frühphase der Atherosklerose entwickelt sich zunächst eine Gefässwandverdickung. Diese kommt durch Einlagerungen von Fettsubstanzen zustande, welche bei längerem Bestehen zusätzliche Verkalkungen entwickeln. Die fetthaltigen Einlagerungen in der Gefässwand werden als atherosklerotische Plaques bezeichnet. Im weiteren Verlauf kann es zum Einriss der inneren Wandschicht (Intima) im Bereich eines solchen atherosklerotischen Plaque (Plaqueruptur) mit nachfolgender Entwicklung eines geschwürigen Defektes in der Gefässwand kommen, welcher Blutplättchen und Blutgerinnsel an sich bindet. Auf diese Weise kann sich die Arterie zunehmend verengen oder  vollständig verschliessen.

Offene Beine entstehen erst bei schwergradigen Gefässveränderungen, d.h. fortgeschrittener Atherosklerose.

 

Atherosklerose-Schema, 25KB blau per Die nebenstehende Abbildung stellt den Ablauf der Atherosklerose schematisch dar (modifiziert nach Rotter). Einer zunächst noch mässigen, lockeren Fetteinlagerung (Abb. oben) folgt eine Verdichtung der Fettmassen (sog. Atherombildung) mit möglichem Einriss der Intima (Abb. darunter). Aus diesem Intima-Einriss kann sich im Verlauf ein geschwüriger Defekt entwickeln, dem sich ein Blutgerinnsel auflagert (vorletzte Abbldung). Bei noch weitreichenderen Defekten mit breiter Freilegung des Atheroms können sich grossräumigere Blutgerinnsel der Gefässwand anlegen (Abb. unten).

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
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